Atelier-Einblick: Wie Kathrin digital mit Schrift gestaltet
In der Reihe KalliKöpfe geht es um die Räume hinter dem Werk.
Mich interessiert, wie eine Künstlerin arbeitet, was sie umgibt und welche kleinen Details etwas über ihre Art zu sehen und zu gestalten erzählen.
Bei Kathrin ist dieser Raum nicht an einen festen Ort gebunden. Ihr Atelier entsteht im Moment des Arbeitens – dort, wo sie ihr iPad aus der Tasche zieht, ihr Skizzenbuch aufschlägt und einer Linie folgt.
Ihr Atelier ist beweglich. Und gerade darin liegt seine eigene Form von Präsenz.
Ein Atelier, das mitreist
Kathrin beschreibt ihren Arbeitsraum so:
„Mein Atelier hat keine festen Wände und keinen Stammplatz.
Es entsteht in dem Moment, in dem ich mein iPad aus der Tasche ziehe oder mein Skizzenbuch aufschlage.“
Dieser Satz beschreibt ein Atelier, das nicht an einen Ort gebunden ist,
sondern an Aufmerksamkeit, Sammlung und das Eintreten in den eigenen Prozess.
Kathrin arbeitet dort, wo sich ein Moment öffnet.
Im Café.
Auf Reisen.
Draußen.
Zwischen Stimmen, Bewegung und Alltag.
Und doch entsteht genau dort ein konzentrierter Raum.
Mitten im Leben, mitten in der Linie
Besonders schön ist, wie selbstverständlich Kathrin diesen Wechsel zwischen Außenwelt und innerem Arbeiten beschreibt:
„Im Café zwischen Milchschaum und Gesprächsfetzen.
Am Flughafen, wenn alles nach Aufbruch klingt.
Draußen auf einer Bank, wenn der Himmel beschließt, heute besonders laut zu leuchten.“
Ihr Atelier steht mitten im Leben.
Vielleicht liegt genau darin der Detailblick dieses Beitrags: dass Kunst und Schreiben nicht immer Rückzug brauchen, sondern manchmal genau dort beginnen, wo das Leben um einen herum weiterläuft.
Kathrin formuliert es so:
„Vielleicht hast du schon einmal gegenüber gesessen und gedacht: ‚Sie zeichnet nur ein bisschen.‘
In Wahrheit war ich tief im Prozess. Voll drin. Zwischen Linie und Gedanke.“
Dieser Satz macht etwas sichtbar, das man leicht übersieht:
Wie still ein künstlerischer Prozess werden kann, selbst inmitten einer öffentlichen Umgebung.
Das Digitale als stiller Verbündeter
Kathrin nennt das Digitale ihren „stillen Verbündeten“.
Ihr Werkzeug steht bei ihr nicht im Vordergrund als Technik, sondern als Begleiter des Prozesses.
„Ich kann mich hinsetzen, wo ich mag. Materialien wechseln, Farben testen, Ebenen stapeln wie Gedanken.“
Gerade in diesem Bild – Ebenen stapeln wie Gedanken – wird deutlich, wie eng Werkzeug und Wahrnehmung bei ihr verbunden sind.
Es geht nicht um Effekt.
Es geht um Beweglichkeit.
Um die Freiheit, etwas entstehen zu lassen, es anzusehen, zu verschieben und weiterzuführen.
Besonders beim Schreiben scheint ihr das viel zu geben:
„Ein Buchstabe stolpert? Ich richte ihn wieder auf.
Ich radiere nicht alles weg. Nur das, was gerade nicht passt.“
Darin liegt etwas sehr Eigenes: kein hartes Verwerfen, kein endgültiges Urteil, sondern ein aufmerksames Weiterarbeiten.
Erst alles da sein lassen
Für Kathrin beginnt Schreiben nicht mit Perfektion, sondern mit Zulassen.
„Erst einmal alles rauslassen. Roh. Unsortiert. Unperfekt.
Das Layout darf später entscheiden, wo es sich am wohlsten fühlt.
Die Farbe kommt dazu, wenn sie Lust hat.“
Erst darf etwas kommen.
Dann darf es seinen Platz finden.
Dann darf Form entstehen.
Gerade darin liegt viel von dem, was künstlerisches Arbeiten ausmacht: nicht sofort festlegen, sondern sehen, bewegen, verdichten.
Die leise Verwandlung des Raums
Kathrin beschreibt diesen Moment so:
„In diesem Fallenlassen sperre ich die Welt da draußen aus. Kein Scrollen. Kein Müssen. Nur ich, meine Gedanken und dieser eine Strich, der entsteht. Und plötzlich ist es ganz still, selbst mitten im Café.“
So wird spürbar, wie sich ihr Raum beim Arbeiten verändert. Nicht sichtbar von außen. Nicht durch Türen oder Wände. Sondern durch Konzentration.
Was Kathrins Atelier über sie erzählt
Kathrin schreibt zum Schluss:
„Mein Atelier ist kein Raum im klassischen Sinn.
Es ist eine Entscheidung.
Ein Aufklappen. Ein Loslassen. Ein ‚Ich probiere das jetzt einfach mal‘.“
Dieser Schlusssatz fasst ihr Arbeiten klar zusammen.
Ihr Atelier entsteht dort, wo sie zu schreiben oder zu gestalten beginnt – digital, als selbstverständliches Schreibwerkzeug.
Ein Ort für deinen eigenen Weg mit Schrift und Kalligraphie
Wenn dieser Einblick etwas in dir geöffnet hat und du deiner eigenen Schrift, der Kalligraphie oder deiner künstlerischen Arbeitsweise näher kommen möchtest, findest du im Kalligraphie-Klub einen ruhigen Raum dafür.
Dort haben Schrift, Wahrnehmung, Austausch und Entwicklung ihren Platz.
So kann ein eigener Weg mit Schrift entstehen, der mit der Zeit wächst und im Miteinander weitergeführt wird.
Ich freue mich auf dich!
Entdecke weitere KalliKöpfe in meinem Blog.
In der Reihe KalliKöpfe entstehen Einblicke in sehr unterschiedliche Wege mit Schrift und Kalligraphie. Jede Geschichte zeigt eine eigene Form von Handschrift, Arbeitsweise und persönlichem Zugang.
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Die Sprache der eigenen Handschrift – Sabines Weg zu mehr Tiefe und Präsenz